Carina Reb geht: Die Betreuung von Menschen, die ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht selbst regeln können, war immer die große Leidenschaft im Berufsleben von Carina Reb. Die Volljuristin, die seit 2007 den Betreuungsverein des KJSW leitet, tritt Ende Mai die Ruhephase ihrer Altersteilzeit an. Dann hat sie genau 30 Jahre für das KJSW gearbeitet.
Carina Reb kennt alle Facetten der rechtlichen Betreuung und deren Vermeidung: Die Gewinnung, Schulung, Beratung und Begleitung von Ehrenamtlichen, die Betreuungen führen. Information und Beratung zu Themen wie Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. Sie hat selber im Laufe der Jahre viele Betreuungen geführt, Vorträge gehalten, sich bayern- und bundesweit für das Betreuungswesen engagiert. Sieben Jahre hat sie an der Katholischen Stiftungshochschule Betreuungs- und Rehabilitationsrecht unterrichtet .Sie hat auch drei Projekte für das Erzbischöfliche Ordinariat initiiert und sehr erfolgreich geleitet.
Dass Carina Reb als Volljuristin in diesem Bereich sozialer Arbeit gelandet ist, verdankt sie zu einem gewissen Teil ihrem bald 52-jährigen Bruder. Er hat das Down Syndrom und sorgte bei seiner Schwester für die nötige Empathie und den Pragmatismus, den sie für ihre Arbeit immer gebraucht hat. Mittlerweile lebt ihr Bruder im Monsignore-Bleyer-Haus, wofür sie sehr dankbar ist.
In ihren 30 Jahren beim Betreuungsverein hatte Carina Reb auch lange die Rechtsberatung und Prozessvertretung des KJSW inne. Von 2013 bis 2021 leitete sie neben dem Betreuungsverein und der juristischen Tätigkeit auch den Vormundschaftsverein des KJSW mit zehn Mitarbeitenden sowie laufend 180 Vormundschaften und Pflegschaften überwiegend für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Betreuungsverein wurde unter ihrer Ägide ein Qualitäts-Management eingeführt. „Ich bin stolz darauf, einen gut sortierten ‚Laden‘ zu übergeben“, erklärt sie. Stolz kann sie auch auf manch andere Punkte in ihrem Leben sein: Zum Beispiel, dass sie als alleinerziehende Mutter in Vollzeit arbeiten konnte, oder dass sie als evangelische Christin eine der ersten war, die die Leitung eines katholischen Dienstes übernommen haben.
Doch jetzt folgt eine neue Phase. Carina Reb freut sich auf Reisen, Wanderungen, Sport und ehrenamtliches Engagement im Bereich des Coachings von Frauen durch Frauen.
Nach ihr übernimmt Silke Horváth die Leitung des Betreuungsvereins. Die 47-jährige Sozialpädagogin war in den letzten fünf Jahren bereits Stellvertreterin von Carina Reb.
Silke Horváth bringt einen spannenden Werdegang mit. „Ich bin in Venezuela geboren und aufgewachsen und erst mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen“, erzählt sie. In München besuchte sie zunächst das Sprachen- und Dolmetscherinstitut und wurde Fremdsprachenkorrespondentin. 2009 stieß sie als Praktikantin zum Betreuungsverein und begann als Mitarbeiterin in der Verwaltung. Später studierte sie aus eigener Initiative heraus Soziale Arbeit und schrieb 2023 ihre Bachelorarbeit zum reformierten Betreuungsrecht. Seit 2025 gehört sie dem Team der Digital Pioneers an.
„Durch diese verschiedenen Stationen habe ich den Verein in unterschiedlichen Rollen erlebt und kenne die Arbeit, die Abläufe und auch die Herausforderungen“, betont Silke Horváth und ergänzt: „In den letzten Jahren durfte ich sehr viel von Carina lernen. Sie hat den Betreuungsverein mit großer Kompetenz, Klarheit und Engagement geprägt. Für mich war das eine wertvolle Vorbereitung auf die neue Aufgabe.“ Als neue Leitung wolle sie das Gute und Bewährte erhalten, gleichzeitig aber Strukturen weiterentwickeln und die Digitalisierung sinnvoll nutzen, damit die Arbeit für die betreuten Menschen bestmöglich unterstützt wird.
Silke Horváth verrät auch, was sie in ihrer Freizeit gerne unternimmt. „Am wichtigsten ist mir die Zeit mit meiner Familie – egal ob zu Hause, auf Reisen oder einfach gemeinsam im Alltag.“ Oft ist sie mit ihren Töchtern beim Reiten. Tanz und Musik gehören ebenfalls in ihr Leben. Und diese beschwingte, lebensfrohe Grundhaltung strahlt auch in ihren Arbeitsalltag hinein…