Zwei Bücher über „Leni“ hat Christine Altmann bereits geschrieben. „Leni“ hat das Downsyndrom, ist fröhlich, hilfsbereit und neugierig. Zusammen mit anderen lebt sie im „Ich + Du-Haus“. Im Alltag erlebt „Leni“ allerlei Abenteuer und entwickelt sich dabei stetig weiter. So hat sie ihre Arbeitsstelle in der Werkstatt mittlerweile verlassen können und ist nun Stationshilfe im Krankenhaus. Klar, dass sie auch dort bald wieder inmitten einer spannenden Geschichte steckt…
Christine Altmann, Heilerziehungspflegerin im integrativen Wohnen des KJSW in Brannenburg, mag die von ihr geschaffene Figur sehr. „In der Leni stecken einige echte Bewohnerinnen und Bewohner bei uns, die ich ebenfalls sehr gern mag“, schildert Christine Altmann, die über eine lange Erfahrung als HEP verfügt. Im Lauf ihres Berufslebens hat sie sich auch zur Palliative Care-Fachkraft ausbilden lassen und sie ist zudem Ethikberaterin im Gesundheitswesen. In diesen beiden Funktionen unterstützt sie auch andere Einrichtungen des KJSW in der Rosenheimer Region.
Warum sie ihre Figur „Leni“ geschaffen hat, begründet Christine Altmann so: „Mir ist es wichtig, dass noch viel mehr Menschen erkennen, dass Personen mit dem Down-Syndrom über viele Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen. Und dass man ihnen ruhig mehr zutrauen darf im Berufsleben.“
Wie ist sie überhaupt zum Schreiben gekommen? Christine Altmann hat bei ihrer Weiterbildung zur Palliative Care-Fachkraft die Autorin Michaela Abresch kennengelernt, die erfolgreich historische Romane geschrieben hat. Mit ihr hat sie sich ausgetauscht über die ersten Ideen, ein „Leni“-Buch zu schreiben. „Mach einfach“, habe sie die Autorin ermutigt. Auch ihr Mann signalisierte Unterstützung. So schrieb sie nach der Rückkehr aus dem Kurs innerhalb von drei Wochen das erste „Leni“-Buch. Vor einem Jahr wurde der zweite Band veröffentlicht.
Christine Altmann engagiert sich seit langem bei Lesungen von Literatur in Leichter Sprache, die unter anderem in Kooperation mit der Stadtbücherei Rosenheim durchgeführt werden. Von daher weiß sie gut, was Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung brauchen, um einer Geschichte gut folgen zu können. Auch für jüngere Kinder sind Lesungen in Leichter Sprache gut geeignet.
Damit auch die Menschen, die nicht selbst lesen können, Zugang zu den Geschichten von Leni finden, ist Christine Altmann nun auf Instagram unterwegs. Sie liest dort aus ihren Büchern vor. Immer ein kurzes Stück. Am nächsten Tag geht es weiter. Eine Freundin schneidet die Sequenzen für sie. Bewusst ruhig sind diese gehalten und immer vor demselben Hintergrund aufgenommen. „Ich trage auch immer dasselbe Gewand, damit Änderungen im Äußeren nicht vom Inhalt ablenken“, schmunzelt Christine Altmann. Das sei für manche Menchen mit einer Beeinträchtigung sehr wichtig.
Erfreulich für alle Fans von „Leni“ ist, dass es bereits Ideen für einen möglichen dritten Band gibt. „Ich freue mich, wenn die Leni Aufmerksamkeit bekommt“, ergänzt sie. Wer Christine Altmann auf ihrem Instagram-Kanal leni_und_ihre_geschichten folgen will, der findet unten den QR-Code zur Seite. Und auch die Bücher kann man noch im Handel bestellen.
- Christine Altmann: Leni und wie sie zur Polizei kam (1. Band). Books on Demand, Norderstedt und
- Christine Altmann: Leni und wie sie ins Krankenhaus kam (2. Band), ebenfalls Books on Demand.