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Verantwortungsbewusster Umgang

Der für Bayern ausgerufene Katastrophenfall mit Schließung von Schulen, Kitas, Werkstätten für behinderte Menschen und vielen weiteren sozialen Begegnungsräumen hat auch auf das Katholische Jugendsozialwerk München massive Auswirkungen. „Wir gehen verantwortungsbewusst und professionell mit den staatlichen Anordnungen um“, betont Berthold Wübbeling. Der Fachvorstand des KJSW berichtet, dass es jeden Tag eine Besprechung zu den aktuellen Entwicklungen in der Geschäftsstelle des KJSW gebe. „Wichtigstes Ziel ist der Schutz der uns anvertrauten Menschen, sowohl der Bewohner*innen und Betreuten aus auch unserer Mitarbeiter*innen“, erklärt Wübbeling. Es sei für das ganze Land von existenzieller Bedeutung, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Wie das KJSW mit den Auswirkungen des Coronavirus umgeht

Einige Einrichtungen des KJSW sind massiv von den Auswirkungen der Maßnahmen betroffen. So verzeichnen die drei Jugendwohnheime des KJSW an vier Standorten über 90 Prozent weniger Bewohner*innen. Das ist auf die Schulschließungen zurückzuführen, die auch Blockschüler*innen und Teilnehmer*innen an Bildungsmaßnahmen betreffen. Nicht nur die Jugendwohnheime leiden unter den Schließungen, sondern auch andere Angebote wie die Jugendsozialarbeit an Schulen oder Schulbegleitungen. Auch die Freizeitstätte KistE, die im Münchner Hasenbergl ein wichtiges Begegnungs- und Bildungsangebot für den Sozialraum bietet, ist geschlossen. Aktuell wird geprüft, ob für die schulnahen Dienste in Landshut Kurzarbeit möglich sein könnte, um hier eventuelle Gehaltsausfälle der Mitarbeiter*innen zu verhindern.
Für die Rosenheimer Wohngruppen wird versucht, Mitarbeitende der CARITAS-Werkstätten in Rosenheim Dienste in den verschiedenen KJSW-Wohngruppen der Werkstattgänger zu übertragen. Aufgrund der verschiedenen Anstellungsträger ist die Umsetzung der Idee jedoch nicht einfach.

„Das alles trifft uns natürlich finanziell sehr stark, aber die Einnahmeausfälle werden uns aller Voraussicht nach nicht in unserer Existenz gefährden“, betont KJSW-Finanzvorstand Egon Forchhammer. Er bittet alle Beteiligten um Flexibilität und Kreativität, beim Finden guter Lösungen und tragfähiger Strategien für den Dienst im KJSW.

Ruhe und Stabilität

Auch die Einrichtungen des KJSW für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung sind von den Maßnahmen betroffen.
„Wir sind ganz gut aufgestellt, sofern man so etwas in dieser Situation überhaupt sagen kann“, erklärt Josef Limbrunner, der das Monsignore-Bleyer-Haus des KJSW in München-Pasing leitet. Die Behinderteneinrichtung mit Wohnheim, Werkstätte, Förderstätte und Ambulanten Diensten führt tägliche Sitzungen eines Krisenteams durch und setzt die Mitarbeiter*innen vorübergehend geschlossener Bereiche da ein, wo sie einrichtungsintern gebraucht werden. So ist die Werkstatt für behinderte Menschen des MBH bis auf die Bereiche Wäscherei und Gärtnerei, die versorgungsrelevant sind, geschlossen. Auch die Offene Behindertenarbeit und die Förderstätte sind geschlossen. „Das heißt, unsere Bewohner*innen, die eigentlich in ihrem jeweiligen Werkstattbereich arbeiten würden oder in der Förderstätte beschäftigt wären, sind auch tagsüber im Wohnbereich anzutreffen“, erklärt Limbrunner. „Hier müssen und wollen wir Angebote zur Tagesstrukturierung unterbreiten.“

Die Betreuer*innen aus den Werkstätten und der Förderstätte unterstützen die Teams der Wohnbereiche dabei. So muss derzeit niemand im MBH Zwangsurlaub nehmen, sondern kann weiterarbeiten. „Bei allem ist es ganz wichtig, Ruhe zu bewahren“, weiß Josef Limbrunner, der sich an eine vergleichbare Situation in seinem gesamten Berufsleben noch nicht erinnern kann. „Wir müssen nicht nur für unsere Betreuten da sein, sondern auch professionell die Ruhe und Stabilität geben, die sie derzeit genauso dringend brauchen, wie die Versorgung im Alltag.“ (rif)

Aktuelle Informationen finden sich auf den nachfolgend gelisteten Webseiten:

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